Mama-Alltag – zwischen unendlicher Liebe und völliger Erschöpfung

Kennst du diese Tage?

An einem Tag könntest du dein Kind den ganzen Tag umarmen und am nächsten würdest du am liebsten ein One-Way-Ticket auf eine einsame Insel buchen.

Wenn es dir manchmal so geht, möchte ich dir als Erstes sagen: Du bist damit nicht allein.

Ich kenne diese Gefühle nur zu gut.

Als meine Tochter geboren wurde, veränderte sich mein Leben von heute auf morgen. Plötzlich war ich Mama.

Ich erinnere mich noch genau an die unendlich vielen schönen Momente – aber eben auch an schlaflose Nächte, neue Herausforderungen und eine Verantwortung, auf die mich niemand wirklich vorbereiten konnte.

Ich hatte mir das Mama-Sein anders vorgestellt.

Ich dachte, die Liebe zu meinem Kind würde automatisch alles leichter machen, stattdessen fühlte ich mich oft überfordert, erschöpft und innerlich zerrissen.

An manchen Tagen war ich ungeduldig, wurde laut oder reagierte ganz anders, als ich es eigentlich wollte. Und danach? Da kamen die Schuldgefühle.

Immer wieder stellte ich mir dieselben Fragen:

Warum fällt es anderen Müttern scheinbar so leicht? Warum bin ich nicht geduldiger? Was stimmt nicht mit mir?

Mit der Zeit hatte ich sogar das Gefühl, dass die Verbindung zu meiner Tochter immer schwächer wurde und genau das brach mir das Herz. Rückblickend war genau das mein Wendepunkt.

Bei mir war es ein Gespräch mit einer anderen Mama. Durch sie fiel mir ein Buch in die Hände und dieses Buch war eines der größten Geschenke auf meinem Weg. Es veränderte mein Denken nachhaltig.

Zum ersten Mal verstand ich, dass meine Tochter in manchen Situationen Gefühle in mir auslöste, die gar nichts mit ihr zu tun hatten. Sie machte nichts falsch, sondern sie zeigte mir alte Verletzungen aus meiner eigenen Kindheit.

In diesem Moment wurde mir klar:

Nicht meine Tochter musste sich verändern.

Ich durfte bei mir selbst beginnen.

Ich begann, meiner Tochter bewusst zuzuhören. Ich nahm ihre Gefühle ernst, auch wenn sie für mich zunächst klein erschienen.

Sätze wie „Jetzt stell dich nicht so an.“ oder „Das ist doch nicht schlimm.“ verschwanden nach und nach aus unserem Alltag.

Je mehr ich versuchte, meine Tochter zu verstehen, desto mehr veränderte sich unsere Beziehung und gleichzeitig auch zu mir selbst.

Mit der Zeit erkannte ich außerdem, dass sie ein sehr sensibles Kind ist. Dieses Wissen hat vieles leichter gemacht. Nicht, weil plötzlich alles perfekt war, sondern weil ich gelernt habe, sie mit anderen Augen zu sehen.

Mit jedem Gespräch, mit jedem liebevollen Zuhören und mit jedem kleinen Schritt wuchs unsere Verbindung wieder.

Heute sind wir ein echtes Dreamteam.

Natürlich gibt es auch bei uns Tage, an denen nicht alles harmonisch läuft, aber ich weiß inzwischen, dass Perfektion gar nicht das Ziel ist.

Wenn ich an meine Grenzen komme, helfen mir meine kleinen Pausen, meine Morgenroutine, Zeit in der Natur, Yoga, Meditation oder ein gutes Gespräch. Sie schenken mir Ruhe und erinnern mich daran, erst wieder gut für mich selbst zu sorgen.

Und wenn ich trotzdem einmal laut werde?

Dann spreche ich mit meiner Tochter. Ich entschuldige mich und erkläre ihr ehrlich, wie es mir geht und stelle die Verbindung wieder zwischen uns her.

Denn dafür ist es nie zu spät.

Heute weiß ich etwas, das ich damals so dringend hätte hören müssen:

Meine Tochter braucht keine perfekte Mama.

Sie braucht eine Mama, die bereit ist zu wachsen. Eine Mama, die Fehler machen darf. Die sich entschuldigt. Die Verantwortung übernimmt. Die liebt und jeden Tag aufs Neue versucht, ihr Bestes zu geben.

Genau das wünsche ich jeder Mutter.

Denn Veränderung beginnt nicht bei unseren Kindern.

Sie beginnt bei uns selbst.

Mit kleinen Schritten.

Mit Ehrlichkeit.

Mit Selbstmitgefühl.

Und mit der Entscheidung, sich selbst dieselbe Liebe zu schenken, die wir unseren Kindern jeden Tag schenken.

Diese Erfahrung hat nicht nur meine Beziehung zu meiner Tochter verändert – sondern auch mein Leben.

Genau deshalb begleite ich heute Frauen in meinen Yoga-Angeboten und Retreats.

Ich möchte einen Raum schaffen, in dem Mütter durchatmen dürfen. Einen Ort, an dem Mütter für einen Moment all das ablegen dürfen, was sie täglich tragen, wo niemand perfekt sein muss. Sondern einfach Mensch sein darf.

Denn ich glaube von ganzem Herzen:

Alles beginnt bei dir.